Facebook goes eCommerce

Noch funktioniert der Messenger als klassische Kommunikationsgeschichte. Nachrichten werden gesendet, empfangen, angereichert, weitergeleitet und so weiter. Zu Lasten der klassischen Dienste wie E-Mail. Gewisse Generationen verzichten fast komplett auf private E-Mails und lösen die Kommunikation durch den Messenger von Facebook ab. Dasselbe gilt auch für SMS, welches durch whatsapp kanibalisiert wurde und immer noch wird. Wie nun aber bekannt wurde: Facebook möchte den Messenger nicht als Applikation, sondern als Plattform positionieren, was auch jüngst mit der kompletten Ausgliederung als messenger.com anzufangen scheint. Erst ausgliedern, dann weiter aus- und aufbauen. Dann aber spätestens kollidieren die Interessen zwischen Facebook und den OS-Betreibern massiv, denn Facebook möchte das Thema der Transaktionen auch finanzieller Natur stärker in den Fokus rücken. Bisher steht der Messenger nur Apps offen, die Bilder, Videos und Sounddateien im Messenger platzieren wollen. Irgendwann dürften aber auch Nachrichteninhalte verfügbar sein, die Services und Produkte im Sinne einer (derzeit klassischen) eCommerce Transaktion darstellen.

Zitat Mark Zuckerberg

„Messaging is one of the few things people do more than social networking. In some countries 85 percent of people are on Facebook, but 95 percent of people use SMS or messaging. Asking folks to install another app is a short term painful thing, but if we wanted to focus on serving this [use case] well, we had to build a dedicated and focused experience. […] The reason is that what we’re trying to do is build a service that’s good for everyone. Because Messenger is faster and more focused […].“

Build it, use it, lock it

Mark Zuckerberg erklärte dazu bereits im November 2014, dass er die Nutzung des Messengers forcieren möchte, damit Menschen fokussierter und schneller kommunizieren können. dazu mussten bereits letztes Jahr alle Facebook Nutzer eine eigene App für den Messenger herunterladen. Doch das ist wohl erst die Hälfte der Reise, denn jetzt wo die App auf allen Smartphones ist, ist es ein leichtes diese Applikation nicht als Messenger per se, sondern als eigentlichen Browser für Smartphones zu verstehen. Mehr und mehr Inhalte werden über den Messenger (Browser) geteilt und kommentiert, Termine ausgemacht, Informationen ausgetauscht. Man bespricht, surft, recherchiert und wird irgendwann wohl auch direkt kaufen, alles in derselben Applikation, die Grenzen verwischen und verschwinden letztendlich dann ganz und dank des eigenen Transaktionssystems sind auch Bezahlungen ein leichtes. Das fehlte Facebook bislang noch und es lässt sich in der aktuellen Konstellation mit Apple und Google als Mitverdiener bei In-App-Käufen auch gar nicht realisieren. Momentan noch jedenfalls.

Denn das Bezahlen bequem über die Messenger App ist nur eine Frage der Zeit – denn neben Werbung könnte Facebook auch daran mitverdienen. Was für die eben beschrieben Strategie spricht, ist auch eine Personalie: für den Messenger ist der frühere Chef des Online-Bezahldienstes PayPal, David Marcus, verantwortlich. Die in den Staaten in den bereits eingeführte Geld-versenden-Funktion im Messenger hatte PayPal in seiner App bereits im vergangenen Sommer gestartet, kurz nach dem Wechsel von Marcus zu Facebook. Aber wo befindet sich die künftige Käuferschaft? Genau, neben dem Messenger auf whatsapp. Welches Facebook 2014 gekauft hatte. Fehlt nur noch diese nahtlose Integration in die Facebook Welt – Bereits im April diesen Jahres waren erste Screenshots mit dem whatsapp teilen Buttons innerhalb von Facebook aufgetaucht, nur Zufall oder Beta-Test? Facebook kommentierte die Bilder nur knapp. Eine alternative Variante wäre, man wendet sich an einen Hardware Partner und stellt sicher, dass die Messenger App bereits beim Kauf installiert und prominent platziert ist. Zum Beispiel mit Samsung, das im Smartphone-Markt immer stärker unter Druck gerät oder den chinesischen Shooting-Star Xiaomi, an dem Facebook gemäss diversen Berichten gerne beteiligen würde. Also zwei sehr attraktive Kooperations-Partner für ein heute noch fiktives und dennoch logisches Szenario.

Digital Marketing Trends 2014

Das Jahr 2013 stand ganz im Zeichen der mobilen, visuellen Kommunikation gegenüber der Information, sowie der Media Konvergenz. Im Jahr 2014 werden die Karten zwar nicht neu gemischt aber die Aufgaben für Digital Marketeers geschärft. Mit dem neuen Jahr in den Startlöchern wagen wir einen kleinen Ausblick mit 5 von uns ausgesuchten Digitalmarketing Trends für 2014 (und darüber hinaus):

  1. Mobile ist alles
  2. Mobile ist nicht gleich Mobile
  3. Social Commerce
  4. Image-Based Content Marketing
  5. Die Nischennetzwerke kommen

1. Mobile ist alles

Wer im Jahr 2014 noch keine responsive oder mobile optimierte Webseite anbietet, hat bereits verloren. Gemäss einer diesjährigen Studie von Net-Metrix: besitzen derzeit rund 60% der Schweizer Bevölkerung ein Smartphone. Diese Zahl steigt jährlich um rund 10 – 15%. Auch die Anzahl und Nutzung von Tablets hat sich im Jahr 2013 bereits mehr als verdoppelt. Während die klassische Mediennutzung in der Schweiz (TV, Radio und Zeitung) jährlich um 2 – 3% abnimmt, nimmt hingegen die Nutzung im Bereich Smartphone um über 20% zu. Wer heute sein Marketingbudget nicht um mindestens 20% in den Bereich Mobile verschiebt, verpasst 2014 womöglich den Anschluss. Warum dem so ist zeigt ebenfalls die Studie von Net-Metrix: 9 von 10 Personen suchen über ihr Smartphone nach einem Produkt oder Dienstleistung, 40% kauften nach dieser Recherche mit dem Smartphone das Produkt online wogegen nur 30% das Produkt im Geschäft kauften.

2. Mobile ist nicht gleich mobile

Gemäss Carpathia Consulting liegt der mobile Umsatzanteil im Schweizer E-Commerce bei etwas über 10%. Leider werden fälschlicherweise Smartphones und Tablets immer noch in den gleichen Mobile-Topf geworfen. Nun sind beide Geräte prinzipiell “mobil” nutzbar, dennoch laufen sehr selten Menschen mit einem Tablett durch die Stadt, wie mit einem Smartphone (Touristen ausgenommen). Eine Webseite wirkt visuell und transaktionsbasiert anders auf einem Smartphone mit 3 – 4 Zoll gegenüber einem Tablet mit 7 – 10 Zoll (doppelt so gross). Auch wird ein Tablet eher im sitzen, im Zug, auf der Couch oder in der Freizeit benutzt, ein Smartphone ist jedoch ständig „on the Go“. Diese Tatsachen gilt es zu berücksichtigen, wenn Online Shops Features gebaut und Werbekampagnen gefahren werden. So ist bi einem Smartphone die Produktsuche elementar, auf einem Tablett lässt sich dieses Produkt allerdings noch in 360° Ansicht drehen und anwenden.

3. Social Commerce

Klassische e-Commerce Modelle wurden vom Erfolg Zalando’s wohl ebenso überrascht wie der Detailhandel. Dennoch zeigen sich auch hier bereits, was 2006 seinen Anfang nahm und mit fortschreitendem Social Media Konsum seine Verbreitung fand. Bei Social Commerce involvieren Unternehmen den Kunden beim Design, Verkauf und Marketing (z.B. über Kaufempfehlungen oder Kommentare) und nutzen Soziale Netzwerke zur Verbreitung dieser Einbindung. Dabei können Plattformen entweder den vollen Prozess anbieten (wie Kickstarter) oder bei Verkauf und Marketing in die Vollen preschen. Gerade der Status der mit einem entsprechenden Kauf einher geht, kann so für eigene Werbezwecke entsprechend genutzt werden. Unternehmen tun gut daran zu überprüfen, ob Social Media Kanäle zur Akquisition und soziale Mechanismen im Verkaufsprozess genutzt werden können.

4. Image Based Content Marketing

Visuelle Kommunikation schlägt das geschriebene Wort. Sei es bei 20 Minuten gegenüber der Tagesschau oder wie man unlängst sehen konnte bei Pinterest, Instagram und Tumblr. Die stehst wachsende Beliebtheit von Online-Videos bestätigt dies. Alleine auf Facebook werden täglich 350 Millionen Bilder geteilt, auf Instagram sind es über 55 Millionen und Google sowie YouTube integrieren immer clevere Werbeformen. Der Fall ist klar: Visuals erlangen mehr Aufmerksamkeit und das in einer sehr lauten, bunten und schnelllebigen Werbelandschaft. Das schöne am bewegten Bild: es ist mehr Wert als tausend Worte, denn es kann emotional berühren und Identifikation schaffen.

5. Die Nischennetzwerke kommen

Der Erfolg von Whatsapp und Snapchat macht es vor: Menschen wollen zwar international informiert sein, interagieren wollen sie jedoch lokal und zwar mit Menschen, welche die gleichen Interessen teilen wie sie selbst. Keine komplizierten Einstellungen und grosse Plattformen, sondern Social-Lokal-Mobile. Dazu gibt es neben den erwähnten zwei bekannten Appplikationen: Riffer (für Gitaristen), Goodreads (für Bücherfans), RedKaraoke (Sie erraten es) sowie Nextdoor (für die Nachbarschaft). Zwei weitere Netzwerke sind auf sehr gutem Weg Facebook & Co den Rang abzulaufen oder von eben jenen akquiriert zu werden. Path.com und Highlig.ht. Der Clou der beiden Apps: persönliche, Echtzeit Kommunikation und Hinweise von weiteren Nutzern in nächster Umgebung. Was bedeutet dies für Unternehmen? Suchen Sie sogenannte Early-Adopters und beobachten, interagieren Sie, vielleicht können diese auch als Botschafter der eigenen Produkte und Marken genutzt werden.

Eine abschliessende Bemerkung sei erlaubt: durch die ständig fortschreitende Digitalisierung darf eines nicht vergessen werden: wir Menschen sind und funktionieren Offline immer noch am besten. Unternehmen tun gut daran in den eigenen Kundenservice und Mitarbeiterschulung zu investieren, denn es gilt: gut behandelte Kunden kommen wieder und reden darüber, egal in welchem (Online-)Netzwerk.

Was kommt nach Facebook?

Aus aktuellem Anlass widmet sich dieser Artikel dem Trend in Sozialen Netzwerken, welche Alternativen zu Facebook es gibt und was dies für Unternehmen und Unternehmer bedeutet.

Ende Oktober wartete Facebook mit einer überraschenden Meldung auf: junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren laufen dem Netzwerk zunehmend davon. Zwar gewinnt das Netzwerk in absoluten Zahlen und wächst weiter, allerdings in anderen Ziel- und Altersgruppen. So überraschend dies in den schweizer und deutschen Medien aufgenommen wurde: bereits am 11. August bloggte die 13 jährige Ruby Karp auf der Trend-Plattform mashable.com: “I’m a teen living in New York. All of my friends have social networks (…) but lately, I’ve been noticing something different. Facebook is losing teens, and I think I know why.” / „Ich bin ein Teenager aus New York. Alle meine Freunde nutzen Soziale Netzwerke (…) aber in letzter Zeit habe ich einen Unterschied bemerkt. Facebook verliert Teenager und ich weiss wieso.“

Grund Nummer eins: Uncool

Der erste Grund: die Netzwerke überaltern zunehmend. Welche jungen Menschen wollen sich schon auf demselben Platz tummeln wie ihre Eltern, Lehrer oder gar Grosseltern. Während Facebook in der Nutzergruppe ab 40 zulegte (+40% seit 2010), gaben gemäss einer Studie des US-Forschungsinstituts Pew  42% der 18- bis 29-Jährigen und 34% der 30- bis 49-Jährigen an, im letzten Jahr weniger Zeit täglich auf Facebook verbracht zu haben als zuvor. Ausserdem hat sich Facebook mit seinen ständigen Layoutverbesserungen keinen Gefallen getan, ebensowenig mit den wechselnden Einstellungen der Privatsphäre. Wenn etwas zu kompliziert wird, kehren Jugendliche der Komplex lieber den Rücken.

Grund Nummer zwei: Alternativen

Der zweite Grund ist noch trivialer: Die Alternativen haben zugenommen – und zwar massiv. Derzeit zählt das Netz rund 300 Social Media zugehörige Plattformen. Darunter die Veteranen wie Twitter (Kurznachrichten) oder Foursquare (Check-In’s), die Newcomer Pinterest (Online Sammlungen) oder Tumblr (Mikro-Blogging) und allen voran: Instagram. Der Dienst entspricht dem absoluten Selbstverständnisgefühl der heutigen Jugend: zeig mir was Du tust und ich sage Dir wer Du bist. Nicht viel schreiben, nur fotografieren, keine komplexen Sicherheits- und Privatsphäreneinstellungen (Privat oder Öffentlich) und sehr wenig Text. Dieser Trend hatte auch Facebook erkannt, als es 2012 Instagram für USD 1 Milliarde kaufte.

Die Hidden-Champions

Aber welche Netzwerke sind nun in der zweiten und dritten Reihe? Immer mehr wird klar, dass der Sieg auf dem Mobiltelefon ausgemacht werden wird. Eine Webseite im klassischen Sinn ist für die Ü30 und älteren unter uns immer noch eine Anlaufstellte mit Orientierungsfaktor. Inklusive Navigation und klassischem Aufbau. Die Generationen nach uns, sind aber bereits sehr angetan von Whatsapp und Snapchat. Whatsapp verwandelt das persönliche Adressbuch in einen Chatroom, in welchem Bilder und Videos einfach geteilt, Standorte übermittelt und Statusmeldungen verteilt werden können. Snapchat hat sich auf eine besondere Nische spezialisiert: so kann man mit der App Snapchat Bilder nur für eine bestimmte Zeit verfügbar machen, von 5 bis 60 Sekunden ist es dem Übermittelnden überlassen, wie lange die Nachricht zu sehen ist. Wird ein Bildschirmfoto gemacht, erhält der Absender eine Nachricht. Erst Mitte November 2013 hatte der Gründer von Snapchat ein Angebot von Facebook in der Höhe von USD 3 Milliarden ausgeschlagen. Warum Facebook Interesse an Snapchat hat? Letztere haben Facebook kürzlich geschlagen im täglichen Foto-Teilen-Wettbewerb, das heisst, mehr Benutzer laden Fotos über Snapchat hoch als über Facebook: konkret 400 Millionen sog „Snaps“ pro Tag, gegenüber 350 Millionen auf Facebook. Allerdings beinhaltet die Facebook Zahl nicht die Bilder von Instagram (ca. 55 Millionen).

Netzwerke der nächsten Generation

Wohin geht die Reise in diesem hart umkämpften und oft unübersichtlichen Markt? Der Trend ist eindeutig: Social – Local – Mobile. Menschen wollen zwar international informiert sein, interagieren wollen sie jedoch lokal und zwar mit Menschen, welche die gleichen Interessen teilen wie sie selbst: Dazu gibt es Riffer (für Gitaristen), Goodreads (für Bücherfans), RedKaraoke (Sie erraten es) sowie Nextdoor (für die Nachbarschaft). Alle Apps und Webseiten können einfach gefunden und getestet werden. Auch wenn derzeit die meisten Netzwerke grosse Nutzer in den USA sowie Deutschland besitzen. Wenn Netzwerke also vemehrt persönlicher, lokaler und vor allem mobil sein sollen, so sind zwei Netzwerke auf sehr gutem Weg Facebook & Co den Rang abzulaufen oder von eben jenen akquiriert zu werden. Diese zu erwähnenden zwei Newcomer sind bereits Champions in den USA und die Frage bleibt, wann diese nach Europa und in die Schweiz rollen werden: Path.com und Highlig.ht (man beachte die Aufteilung von Name und Domain). Das besondere daran: beides sind Apps, keine Websiten und erlauben dem Benutzer sein eigenes, kleines lokales Netzwerk auf- und auszubauen. Path.com ist eine App, welche dem Benutzer erlaubt, seinen ganzen Tagesablauf wiederzugeben – inklusive wann diese Person aufsteht oder zu Bett geht. Highlig.ht hingegen setzt ganz auf den „sechsten Sinn“. So zeigt die App an, wenn Highlighter in der Nähe sind, welche gemeinsamen Freunde und Interessen man hat (auch wenn man nicht mit ihnen befreundet ist) und wenn Freunde in die Nähe kommen, benachrichtigt die App mich selbständig. BigBrother mit Stalking-Funktion lässt grüssen. Aber auch hier gilt: jeder Nutzer entscheidet selbst über Teilnahme und Freigabe.

Chancen für Unternehmer und Unternehmen?

Was bedeutet dies für Unternehmer und Unternehmen? Müssen wir nun alle Marketingpläne vervielfachen und umschreiben? Nein. Denn Facebook und Twitter werden nach wie vor die dominierenden Netzwerke sein und bleiben, zumindest bis 2015. KMU tun sich gut daran, den Markt zu beobachten und zu analysieren, welche Zielgruppe in welhem Netzwerk wirklich Sinn macht. Für Marken und Konsumgüter heisst es jedoch, dass selbst klassische Online-Kampagnen je länger je weniger funktionieren, ganz einfach weil sich die User dem Zugang entziehen. Mit persönlichen, lokalisierten Netzwerken werden Anzeigen faktisch immer mehr ausgeschaltet. Über Botschafter, und gesponserte Geschichten im grossen Stil, geteilt über alle Netzwerke (so wie RedBull es mit Stratos bereits getan hat) werden die Karten ab 2014 nochmals neu gemischt werden.

Privates Profil versus Facebook-Seite (Fanpage)

oder: warum ein privates Profil für gewerbliche Nutzung illegal ist

Es passiert immer wieder, dass sich Unternehmen, Vereine, Interessengruppen oder Gewerbler im Nichtwissen bei Facebook anmelden und dann Freundschaftsanfragen versenden an Bekannte und Freunde. Das sieht dann lustig aus, wenn das Restaurant Hirschen plötzlich „mein Freund“ sein will – leider verstösst es auch gegen die Nutzungsrichtlinien von Facebook und der Nutzer riskiert die Schliessung und Löschung der Profile. (Quelle Facebook)

Das Profil gibt es aber schon lange und hat viele Freunde – was tun?

Nun ist es wohl so, dass einige dieser „Privaten Profile“ bereits eine beachtliche Zahl von „Freunden“ oder wie es korrekterweise heissen sollte „Fans“ haben. Damit diese nicht verloren gehen bietet Facebook die Umwandlung eines privaten Profils in eine Unternehmensseite über den Bereich „SEITE“ an. Lesen Sie vorher aber bitte noch folgende Abschnitte.

Warum sollte man eine private Seite umwandeln?

Der einfachste Grund: man muss. Gemäss Artikel 4 darf man nämlich nur 1 persönliches Profil erstellen und dieses darf nicht kommerziell genutzt werden. Daneben hat man aber ausserdem noch eine Vielzahl andere Möglichkeiten: eine unlimitierte Anzahl von Fans, eigene Werbung schalten können, eine Vielzahl von Apps, Promos schalten uvm. Ausserdem kann eine Facebook Seite von mehreren Personen verwaltet werden. Dabei gibt es Administratoren, Inhalt erstellen, Moderator, Werbetreibender (Agentur), Statistikanalyse. So kann man auch in den Ferien garantieren, dass der Lehrling die Kommentare betreut als Moderator und gleichzeitig keine Inhalte erstellt, die die Chefin nicht für gutgeheissen hätte.

Wie kann man eine private Seite umwandeln?

Facebook bietet dazu einen einfachen Link an (siehe auch oben). Dabei schreibt Facebook „Derzeit können nur dein Profilfoto und deine Freunde auf die neue Seite verschoben werden. Andere Inhalte werden nicht verschoben. Du kannst dich auch weiterhin mit deiner ursprünglichen E-Mail-Adresse und deinem Passwort anmelden. Wähle unten aus, welche Art von Seite du benötigst

Achtung, bei der der Umwandlung des Profils in eine Seite werden Profilbilder übertragen und alle Freunde automatisch auf die Liste der „Fans“ gesetzt. Es werden keine weiteren Inhalte auf die Seite übertragen. Es empfiehlt sich vorher eine Datensicherung der eigenen Daten zu machen. Hilfe gibt es hier.

Danach wird das persönliche Profil in eine Seite umgewandelt und man kann sich mit dem gewohnten Mail und Passwort anmelden. Oder man fügt gleich sich selbst oder andere Administratoren hinzu. Einzige Bedingung: diese Personen müssen „gefällt mir“ geklickt haben vorher.

Wieso heisst meine Seite nun so komisch?

Es kann vorkommen, dass die Seite nun einen speziellen Benutzernamen und damit eine seltsame URL hat. Hier schafft Facebook Abhilfe. Achtung, man kann den „Username“ nur 1x ändern.

Anleitung gemäss Facebook: So änderst du den Nutzernamen deiner Seite:

  1. Klicke oben auf deiner Seite auf „Seite bearbeiten“
  2. Wähle „Öffentliche Informationen aktualisieren“
  3. Klicke im Bereich Nutzername auf „Nutzername ändern“
  4. Gib einen neuen Nutzernamen ein und klicke auf „Verfügbarkeit prüfen“
  5. Wenn der von dir gewünschte Nutzername verfügbar ist, klicke zum Speichern auf „Bestätigen“

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War das alles etwas viel? Oder hätten Sie gerne einen vertieften Einblick in Social Media und / oder Facebook?

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Wie funktionieren deindeal, groupon, dailydeal, daydeal und Co.?

Jeder kennt sie, die Mails von Schnäppchen-Anbietern: Mit sensationellen Angeboten – die kaum einer glauben will. Da gibt es Hotelübernachtungen mit 55% Rabatt, ein Rindsfilet für CHF 55 statt CHF 125 oder eine Massage für CHF 50 statt CHF 180. Das Geschäft mit den Coupons auch Gutscheine oder Deals genannt, boomt zur Zeit. Wie viele dieser „deals“ tatsächlich gekauft und genutzt werden ist nicht bekannt, genaue Zahlen gibt es nur beim Umsatz der Plattformen, aber auch diese sind mit Vorsicht zu geniessen. Mit Sicherheit aber erregen sie Aufmerksamkeit und haben eine grosse Streuwirkung vor allem dank Social Media. Darum gleich vorweg: diese Plattformen sind kein Absatzkanal um Produkte zu verkaufen und dabei eine entsprechende Marge zu erhalten, sondern es wird investiert ins Marketing.

Coupon Aktionen dieser Art dienen dazu um:

  1. Die Bekanntheit zu fördern (viele Mail-Abonnierer sehen die Werbung)
  2. Die Auslastung zu erhöhen in „baise-Zeiten“, Ladenhüter auszuräumen, Mengenrabatte weiterzugeben

Wir gehen im zweiten und dritten Teil noch genauer auf die Gründe ein.

Wie funktioniert der Deal-Coupon für einen Kunden?

Wer sich auf einer sogenannten Plattform einschreibt erhält täglich oder mehrmals wöchentlich je Kategorie (Lifestyle, Food, Sport etc) oder je Ort (Zürich, Bern, Basel) eine Mail mit entsprechenden „Deals“. Die E-Mail ist gut aufgemacht und preist ein Produkt oder eine Dienstleistung an, zeigt meist ein Bild dazu und eine Beschreibung sowie die Konditionen. Die Angebote für den Kauf der Gutscheine sind meist zeitlich oder in Stückzahlen begrenzt. Ein Countdown auf der Webseite zeigt an, wie lange der Deal noch online ist – oder es werden die noch verbliebenen Deals angezeigt (noch 3 von 10 etc).

Im Zentrum steht dabei aber immer der Preis, der oft weit unter dem normalen Preis des Angebotes liegt. Erfahrungen von deindeal.ch und groupon.ch sagen, dass erst bei 70 bis 80% Rabatt ein Boom einsetzt und die Mundpropaganda beflügelt. Denn wer erzählt nicht gerne seinen Freunden von dem tollen Schnäppchen, das er gemacht hat. Hier ist auch das tolle an den Plattformen, was sie von den klassischen Rabattmärkchen unterscheidet: Facebook & Co helfen bei der Propaganda und beim weiterempfehlen. Denn viele Deals können erst dann abgeschlossen werden, wenn sich mindestens 10 oder mehr Personen dafür einschreiben. Kommen nicht genügend Menschen zusammen, findet der Deal nicht statt. Und längst haben wir uns doch daran gewöhnt, dass Hundefotos und Uniabschlüsse zelebriert werden in den Sozialen Medien. Neu hinzu kommen nun diese Deals – ein Umstand, den Facebook dazu veranlasst hat, ebenfalls „Facebook Deals“ zu lancieren.

Zurück zum Kauf: wer sich für ein Angebot interessiert ist entweder bereits eingeloggt oder gibt seine Mailadresse ein. Man kauft einen Gutschein, den man bei dem Verkäufer für den Kauf des Produktes oder die Dienstleistung einlösen kann oder erhält einen Code, wenn es sich um ein Webshop Angebot handelt. Bezahlt wird über die Plattform und zwar direkt. Der Coupon-Aussteller (die Plattform) behält einen Teil der Einnahmen ein und überweist dem Verkäufer den Rest, oft erst am Ende des Monats oder der Aktion (Achtung also bei der Cash-Planung). Meist liegt die Vereinbarung im Bereich 50 / 50 oder 60 / 40. Der Händler oder Hersteller bekommt also 50 % und der Coupon-Verkäufer z.B. DailyDeal den Rest.

Wesentlich für den Kunden sind die Konditionen, die beim Kauf des Gutscheins angezeigt werden. Oft wird in den Konditionen der Gutschein auf den Kauf von wenigen Produkten, einem bestimmten Menü, einem bestimmten Zeitraum oder durch andere Regeln eingeschränkt. (Anmerkung: dadurch gab es in der Vergangenheit oft Ärger. Kunden haben die Konditionen übersehen und glaubten sie seien übervorteilt worden – wenn sie z.B. ihren Gutschein sechs Monate später einlösen wollten, die Aktion aber bereits abgelaufen war. Man sollte die Konditionen also genau lesen bevor man einen Gutschein auf diese Weise kauft). Normalerweise sind Gutscheine 6 – 12 Monate gültig.

Kauft ein Kunde einen Gutschein so wird auch angegeben wie er oder sie den Gutschein einlösen kann. Online, persönlich im Geschäft oder per Post. Im wesentlichen kauft der Kunde im Geschäft des Gutscheinherausgebers ein Produkt oder eine Dienstleistung und übergibt den Gutschein bei der Bezahlung. Barauszahlungen vor Ort und Umtäusche sind ausgeschlossen.

Fazit für den Konsument / Käufer / User

  1. Wer profitieren will, muss mit der (täglichen) Mailflut klar kommen
  2. Die Konditionen sollte man genau lesen ohne das man im Nachhinein beim Einlösen eine Überraschung erlebt (Sicht Käufer)
  3. Normalerweise sind Gutscheine 6 – 12 Monate gültig.

Wie funktioniert der Coupon – Verkauf für den Verkäufer?

Couponverkäufer nehmen nicht jeden auf in ihre Plattform. Scheint das Produkt oder die Dienstleistung nicht Zielgruppenorientiert, so wird ein Verkäufer auch gerne mal abgelehnt. Es sind oft Konsum- oder Lifestyle Produkte und Dienstleistungen im Angebot. Unternehmen, welche etwas über die Plattformen anbieten möchten schliessen mit den Gutscheinverkäufern sprich den Plattformen (Groupon und Co.) einen Vertrag ab in dem sie die Bedingungen für die Gutscheine festlegen. Die Kontaktdaten der Käufer landen beim Gutscheinverkäufer (deindeal.ch z.B.). Für diese Plattformen ist das Adressen sammeln ein zusätzliches Geschäft und der Verkäufer der Produkte muss die Daten später beim Einlösen auf jeden Fall selber erfassen, wenn er den Kunden wieder anschreiben will. In dem Vertrag wird ein Tag oder Zeitraum vereinbart an dem das Angebot erscheinen soll. Der Verkäufer muss versichern, dass er das Angebot leisten kann – und dann geht es los.

Wichtig: gemäss verschiedenen Blogeinträgen drängen die Gutscheinhändler gerne auf grosse Rabatte, weil sie dann mehr Gutscheine verkaufen können und so mehr einnehmen. Das Argument dafür – mehr Kontakte zu gewinnen – zieht fast bei jedem Verkäufer. Darum muss man sich vorher im Klaren sein, was man anbieten will und in welcher Quantität, damit man dann nicht überrannt wird. Denn es kann sehr schnell zu einer grossen Zahl an Kunden kommen. Sonst ergeht es einem wie dem Restaurant in Hamburg welches ca. für 30 Gäste ausgelegt war plötzlich 90 stehen hatte und lauter unzufriedene Gäste hatte.

Discountgewährung aus Sicht KMU

Aus kaufmännischer Preisgestaltungssicht ist klar: wer ständig Rabatte gewährt und seine eigene Marge topediert gelangt in eine Preisspirale, die sich stetig und beschleunigend nach unten dreht. Aus systematischen Preisnachlässen gewinnt man langfristig keine Kunden, ausser solche, die nach Preisnachlässen suchen. Darum sollte man sich sehr gut überlegen, welche Produkte man discountieren möchte und warum.

Im Rechenbeispiel nehmen wir eine Kosmetikerin mit einer Gesichtsbehandlung statt CHF 125 für neu CHF 87.50 (sie gewährt also 70% Rabatt). Erhalten die Kosmetikerin und die Plattform je 50% bzw. CHF 43.75, muss sie sich überlegen, was Ihre anderen Aufwände sind. Hat sie zum Beispiel noch Materialkosten in der Höhe von CHF 30 verdient sie noch CHF 13.75 pro Behandlung. Je nach dem wie man es betrachtet, hat sie damit „nur“ CHF 13.75 statt CHF 95 verdient (also die CHF 125 – CHF 30) oder sie hat in diesen Kunden CHF 81.25 investiert. Dies wäre dann mit den Anzahl Coupons hochzurechnen und einer klassischen Werbeaktion (je Kunden-Franken) gegenüber zu stellen. Bei 10 Coupons sind das CHF 812.50 was ungefähr einem Inserat in der lokalen Zeitung entspricht, allerdings ohne die garantierten 10 neuen Kunden.

Es gilt also abzuwiegen, was man mit der Aktion bezwecken will. Denn das warum ist wichtig. Wie oben erwähnt sollten diese Plattformen als Marketingkanal verstanden werden, das heisst: ich investiere statt in ein Inserat in diese Coupon-Aktion (zeitlich limitiert und ohne unter meine Marge zu fallen). Triftigere Gründe können bestehen, wenn beispielsweise Lagerplatz geräumt werden muss (Sommer- auf Winterkollektion) oder einen Discount zu gewähren, der nachvollziehbar auf Überkapazitäten zurück zu führen ist (wenn grosse Mengen eingekauft wurden und es ein Massensgeschäft ist) oder wenn man weiss, die „saisonale Auslastung“ ist sehr gering (ein leerer Platz im Restaurant oder Beautysalon kostet auch etwas).

Diesen drei Ausnahmen ist in der Regel eines gemein: Sie führen nicht zu Verlusten beim Händler. Und sie sind mit einer auch für den Kunden verständlichen Begründung hinterlegt. Der Kunde erkennt, warum der Händler/Gastronom/etc. das Angebot in dieser Form macht und es ist ihm völlig klar, warum die Discountgewährung zeitlich begrenzt ist und darum ein Rabatt gewährt wird.

Fazit für den Produzenten / Verkäufer / KMU

  1. Coupon-Verkäufe über das Internet sind etwas für Mainstream-Produkte und Dienstleistungen.
  2. Die Kundendaten bleiben bei der Plattform, man muss oder sollte also beim Kauf den Kunden noch selbst erfassen oder ein follow-up Angebot mitgeben
  3. Der Preisnachlass sollte die eigene Marge nicht unterschreiten (siehe unten betriebswirtschaftliche Analyse).
  4. Anfang Jahr den Marketingmix planen und dann bewusst z.B. eine Sommer, Herbst- oder Winteraktions-Coupon starten (Sortimentswechsel, saisonale Abschwünge, Überkapazitäten)
  5. Coupons können die Reichweite enorm erhöhen und sind in dem Sinne für den Werbekunden eine sinnvolle Alternative.
  6. Limitiert Coupons rausgeben für Produkte, welche gut und hochpreisig laufen aber momentan gefördert werden sollten
  7. Nie die eigene Marge topedieren (Rechnen bevor man drauflegt.. Als Faustregel: ca. 35%)
  8. Vorsicht beim Kleingedruckten.

Im Netz: www.groupon.ch / www.deindeal.ch / www.citydeal.ch / www.dailydeal.ch