Crowdfunding Kampagnen – eine Anleitung

In letzter Zeit werde ich wieder vermehrt gefragt, was es denn braucht um im collaborative Web, sprich beim Crowdsourcing erfolgreich sein. Ich habe schon früher zum Thema Crowdfunding berichtet (http://rogerbasler.com/tag/crowdfunding/) und versuch hier einmal die wichtigsten Erkenntnisse zusammen zu fassen.

Die Planung

Eine gute Kampagne beginnt immer sehr weit im Voraus. Das ist Offline, wie Online dasselbe. Es braucht eine stringente Umsetzungsplanung, welche 3 – 4 Monate vor der eigentlichen Kampagne auf der Plattform beginnt, die 30 bis 100 Tage auf der Plattform selbst und natürlich das mediale follow-Up kurz darauf, sowie die ständige Kommunikation mit den grössten und treusten Backers (unterstützenden Personen).

In Wellen denken

Grundsätzlich sollte man in Wellen und Sub-Kampagnen denken, welche aus den Themen: Information, Interaktion und Reaktion bestehen. Alle Elemente sollten auf den verschiedenen Kanälen (direkt, Mail, Social) abgedeckt werden und beinhalten idealerweise sehr viel multimediale Inhalte (sprich Videos über die Produkte, die Founders und kleinere, intimere Einblicke ins Projekt). Es gilt: die Backers und Interessenten wollen wissen, wem sie hier Zeit und vor allem Geld anvertrauen.

Die Multiplikation

Wer schon früh weiss, wer seine Kunden sein sollen, sollte sich auch mit den Meinungsmachern auseinander setzen. Das können Journalisten, Blogger, Produkttester, Fangruppen, Vereine, sowie Diskussionsforen oder MeetUps sein. Wichtig ist nur, dass man die Leute direkt kennt, Anknüpfungspunkte findet und sie stets vor-informiert und einbindet.

Faktor Zeit

Eine abschliessende Bemerkung sei erlaubt: der Faktor Zeit wird oft unterschätzt. Man sollte sich daher vor allem während der Hauptphase genug Zeit herausnehmen und Aufgaben auf verschiedene Schultern verteilen und den Erfolg laufend überwachen um rasch reagieren zu können (ein Dashboard und Analytics lässt grüssen). Eine wirkliches Erfolgsgeheimnis gibt es nicht, aber man kann zusammenfassend sagen:

  1. wer im Voraus stringent plant
  2. wer weiss wer seine Zielgruppe, seine Multiplikatoren und Ambassadoren sind
  3. wer den Dialog fördert, pflegt und zeitnah reagiert
  4. und ein Set an Tools und Möglichkeiten für Backers hat
  5. wird über die Kampagne hinaus Erfolg haben – es ist jedoch erst der Anfang

Plattform aus der Schweiz könnte helfen

Eine Plattform die den Erfolg voraussagen soll (auf Kickstarter) stammt aus der Schweiz. Dieses spannende Projekt heisst Sidekick (http://sidekick.epfl.ch) welches aktuelle Kickstarter Kampagnen beurteilen und deren Erfolg voraussagen soll. Selbst getestet habe ich es leider noch nicht, aber ich finde den Ansatz sehr spannend und freue mich über Feedback.

Ein paar abschliessende Tipps:

Nick NM Yap gibt im t3n wertvolle Tipps. Er war schon mit zwei Projekten auf Kickstarter erfolgreich: mit der wasserdichten Smartwatch „Omate TrueSmart “ (1.032.352 US-Dollar) und dem WLAN-Modul „Rocki “ (222.197 US-Dollar). Auf t3n.de teilt er seine besten Tipps für eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne.

  1. Starte VOR Kickstarter

„Steiger deine Reichweite, bevor deine Kampagne startet“, erklärt Yap. Ist es soweit, bleiben dir nur noch 30 Tage. Ein erfolgreicher Start legt den Grundstein für den weiteren Verlauf der Kampagne: starte wenigstens ein bis drei Monate vor der Kickstarter-Kampagne, so Yap.

  1. Mit voller Kraft voraus

„Erzähl Leuten von deinem Projekt, sei nicht schüchtern“, empfiehlt Yap als zweiten Tipp. Gib dir selbst die Aufgabe, die Freude an deinem Projekt zu teilen. Habe keine Angst vor den Bewertungen anderer und erwarte nicht, dass alle begeistert sind. Teile dein Projekt ohne grosse Erwartungen.

  1. Kenne deine Zielgruppe

Nur, wenn du deine Zielgruppe kennst, weisst du auch, wo du sie findest und welche „pledges“ funktionieren. Sind sie Geeks, Designer oder Studenten? Klär diese Fragen rechtzeitig und reagier dementsprechend.

  1. Nutze Soziale Netzwerke

Facebook, Google+, Twitter, LinkedIn, Instagram, Pinterest, Tumblr: Du musst nicht alle nutzen. „Abhängig von deinem Produkt würde ich zuerst Facebook und Google+ empfehlen, anschliessend Twitter und LinkedIn“, so Yap. „Die meisten tendieren initial zu Facebook und Twitter, doch vergiss nicht Google+.“

  1. Artikel = Unterstützer = Einnahmen

Jeder veröffentlichte Artikel bringt deinem Projekt Unterstützer. Es gibt aber ein paar grosse Websites, die dich deutlich weiter bringen als andere. „Anstatt Massenmailings zu verschicken, solltest du die Redakteure deshalb mit persönlichen und spezifischen E-Mails kontaktieren“, empfiehlt der erfahrene Kickstarter. Versuch nicht, deine Geschichte durchzudrücken, versetz dich in die Position des Redakteurs. Was will die Zielgruppe seines Mediums lesen?

Es verläuft ein feiner Grad zwischen Ausdauer und Stalking. Redakteure sind vielbeschäftigte Leute, du muss also dranbleiben. Trotzdem: Übertreib es nicht.

  1. Arbeite hart für deinen Erfolg

Der Erfolg deines Projekts erfordert Arbeit. Du musst auf Nachrichten und Kommentare reagieren, technische Fragen und E-Mails beantworten, unzählige Pressemitteilungen und E-Mails an Redakteure verschicken, deine Kollegen koordinieren – vorausgesetzt, du bist nicht allein. Laut Yap sind 16 bis 20 Stunden pro Tag gängig, sieben Tage die Woche. „Wenn du allein arbeitest, empfehle ich dir schon jetzt, ein paar Mitstreiter zu suchen“, schreibt er.

  1. Wähl die richtigen „Pledges“

„Kickstarter ist kein Onlineshop.“ Biete deinen Unterstützern attraktive „Pledges“ zu nachvollziehbaren Preisen. Kickstarter ist kein Onlineshop, reagiert aber sehr ähnlich auf Preisstrukturen. „Der Preis eines Pledges muss seiner Belohnung entsprechen“, so Yap. Das gilt auch für die Zielgruppe: Wenn du Studenten erreichen willst und deine Pledges ab 500 US-Dollar starten, läuft etwas falsch.

  1. Setze ein realistisches Finanzierungsziel

Bleib realistisch. Dein Ziel sollte nicht deinen Wünschen, sondern deinen Anforderungen entsprechen. „Ein Beispiel: Du würdest gerne 300.000 US-Dollar einsammeln, für die Umsetzung deines Projektes reichen aber 100.000 US-Dollar. Dann nutz die besagten 300.000 US-Dollar für deine interne Planung und setz die 100.000 US-Dollar als offizielles Finanzierungsziel.“

Wer noch nicht genug hat, kann übrigens einen 3 wöchigen Workshop buchen, bei Wolfgang Gumpelmaier, seines Zeichens ein Experte und ausgewiesener Autor unter anderem furs t3n Magazin: http://ununi.tv/de/edushop/crowdfunding-in-3-wochen/

Weiterführende Infos gibts:

Auf HR Online: http://www.hr-online.de/website/radio/hr4/index.jsp?rubrik=6656&key=standard_document_53275347

The Future of Crowd-Funding: http://www.future-crowdfunding.de/publication/

Kostenloses Handbuch (Pay with a tweet): http://www.ikosom.de/publikationen/crowdfunding-handbuch-2013/

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Wer finanziert mein Startup?

Geld regiert die (Startup-)Welt und jeder der sich einmal überlegt hat, eine Firma zu gründen kam einmal an den Punkt: Ich brauche Geld. Was macht man also? Meist googeln und nach dem Zauberer von Oz suchen, den es – vorweg genommen – nicht gibt. Weder bei Dorothy noch im richtigen Leben war es ein Zauberer, sondern ein gewöhnlicher Mensch. Und so ist es auch in der Startup Szene und insbesondere bei Gründungskapital: es menschelt sehr. Nachfolgende Zeilen schreibe ich nach fast 5 Jahren als Startup-Entrepreneur und Unternehmens-Architekt. Konstruktives Feedback ist wie immer sehr willkommen.

Die Grundfrage: warum und wofür

Wer googelt – und dabei auch auf diesen Beitrag gestossen ist – hat eigentlich die falsche Grundfrage gestellt. Denn oft gelangen Anfragen an mich im Stile von: Ich brauche 20’000, 50’000, 500’000 Franken – können Sie helfen oder kennen Sie jemanden? Das ist falsch und eine sehr negativ behaftete Herangehensweise. Denn es geht um ein Geschäft. Ein (hoffentlich) profitables Geschäft in dem man gibt und bekommt – gegenseitig. Sie haben eine tolle Idee, jemand anderes hat Kontakte, Finanzquellen oder Wissen und Know-How. Hier trennt sich aber schon die Spreu vom Weizen. Denn die Frage ist: wozu brauchen Sie das Kapital? Möchten Sie sich während 6 oder 12 Monaten auf die Entwicklung eines Produktes konzentrieren und zwar Vollzeit und können darum nicht arbeiten? Dann brauchen Sie Ihr eigenes Erspartes oder Sie gehen zum Verein Go Selbständig und beantragen einen Mikrokredit (der aber zurückbezahlt werden muss).

Oder Sie sind im sozialen oder umwelttechnischen Bereich tätig, dabei kann man auf Sosense oder Social Impact. Wer hier tätig ist sollte sich aber vorgängig beim SEIF und beim Impact Hub informieren. Die Social Entrepreneurship Initiative & Foundation (seif) sowie Impact Hub sind Organisationen, die Wissen, Ressourcen und das unternehmerische Potenzial aller Akteure der Social Entrepreneurship Community zusammenbringen, um einen möglichst hohen Social Impact zu erzielen und helfen gerne weiter und können eine realistische Einschätzung geben, den Start erleichtern und Synergien aufzeigen.

Niemand bezahlt Ihnen den Lohnausfall

Grundsätzlich gilt: kein Investor, ob Businessangel oder Venture Capitalist, ob Serial Entrepreneur oder Private Equity Firma wird Ihnen de facto Ihren Lebensunterhalt finanzieren, beziehungsweise Kredit dafür geben. Dafür gibt es:

  • Eigenes Erspartes
  • Pensionskassenvorbezüge
  • Teilzeitjobs
  • Familie – Freunde – Verrückte (auf Englisch family-fools-and-friends)

Bei Startupfinanzierungen gehts ums Geschäft nicht um einen Gefallen. Es geht darum, dass man eine Idee und dann die Firma (Organisation) und schlussendlich das Team dahinter unterstützt – mit dem Ziel, dass Sie innert 2 – 4 Jahren profitabel sind und sich das Investment auszahlt für den Geldgeber: entweder durch einen Verkauf der Beteiligung (Secondary) oder einen Gesamtverkauf der Firma (Trade Sale), einen Börsengang (IPO) oder was man sich alles ausmalen kann. Aber bleiben wir realistisch: 9 von 10 Startups scheitern und der Grund warum Venture Capitalisten und Businessangels mehrere Unternehmensbeteiligungen halten ist schlicht und ergreifend Risikominimierung und Ressourcen Allokation. Scheitert eines oder mehrere Startups, so hofft man doch, dass das eine welches überlebt, die Verluste wieder wett macht. Kurzum: Ihr Lohnausfall ist Ihr Risiko, für alles andere, sofern es einen Plan mit Aussicht auf Erfolg gibt, können Sie Finanzierungen beantragen. Sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind.

Aber wer finanziert denn nun was?

Kommen wir zurück auf die Grundfrage und gehen wir anschliessend auf die Grundvoraussetzungen zurück. In der Schweiz gibt es zum Glück zahlreiche Möglichkeiten auf die man zurückgreifen kann. Aber beachten Sie: Alleine im Jahr 2013 wurden rund 40’000 Gründungen vollzogen (Quelle: Bisnode Studie). Nehmen wir an, dass nur 20% einen entsprechenden Kapitalbedarf beantragten, so sind das 8’000 Antragssteller im Jahr die sich auf eine sehr beschränkte Anzahl von möglichen Finanzierungsquellen legt (der Vergleich hinkt ich weiss, gehen doch einer Finanzierung oft 1 – 2 Jahre Kapitalsuche voraus, aber die Systematik ist dieselbe):

  • Banken (allen voran die AKB und die ZKB) für Projekte zwischen 50’000 bis 200’000 (aber keine Gründungen)
  • Stiftungen (vor allem für Projekte mit Social Impact wie die Avina Stiftung) bis max 100’000.-
  • Business Angels Netzwerke (wie BAS und Startangels) mit Tranchen von 10’000 bis 50’000.-
  • Venture Capital Firmen (wie zB Brains-To-Venture oder Red Alpine) mit Tranchen von 100’000 aufwärts und oft nur im Verbund
  • Startuppreise (eine Übersicht gibt es hier) in unterschiedlichen Grössen aber mit viel Bewerbern – hier gehts auch oft um die PR um den Preis herum
  • Direkt bei Investoren (eine Liste mit guter Übersicht gibts hier auf startup.ch)

Nehmen wir also an dass viele Investoren in einem Netzwerk oder einem Businessangel Club dabei sind, bleiben 5 potentielle Geldgeberquellen, die sich also rund 1600 Anträge pro Jahr aufteilen und sichten müssen (manche erhalten natürlich mehr, manche weniger, aber pro Tag 1 – 2 können es schon sein, bei Startuppreisen ist es konzentrierter). Diese rund 1 – 2 Anträge pro Tag zu sichten und zu beurteilen ist eine Mammutaufgabe und glauben Sie mir wenn ich sage: jede Idee ist unglaublich gut und hat das ultimative Potential und ist die Chance des Universums das nächste Facebook, Tesla oder Coca Cola zu werden und ein jedes Investment ist nach 2 Jahren vollständig amortisiert. Die Realität jedoch ist eine andere: die wenigsten Ideen sind durchdacht, oder haben einen Prototypen oder eine vertiefte Marktstudie hinter sich (Anmerkung in eigener Sache: auch meine eigenen Ideen sind oft an der Machbarkeit gescheitert).

Die Hockey-Stick Lüge

Als Hockey-Stick bezeichnet man Finanzpläne bzw deren Entwicklungen die erst wenig und dann raketenartig in den Himmel steigen (wie ein Hockeschläger also). Jedoch kann man aus eigener Erfahrung zeigen: neben Geduld als Gründer braucht es vor allem Zeit. Selbst ein E-Commerce Startup benötigt 2 Jahre für eine erste Etablierung, Technologieunternehmen brauchen etwas länger (ausser der Prototyp ist bereits ready) und auch Restaurants, selbständige Berater und andere Dienstleistungen brauchen 1 Jahr für die Orientierung und erste Kunden, 2 Jahre für eine positive Umsatzentwicklung und rentieren nach 3 bis 4 Jahren. Je nach dem in welchem Bereich Sie tätig sind: seien Sie kritisch und realistisch: der fehlende Umsatz oder die entsprechenden Re-Investitionen müssen eingerechnet sein, denken Sie an die 9:10 Regel bei Startups, den meisten geht das Geld unterwegs aus, selbst wenn die Idee hervorragend war. Ken Morse, Direktor des MIT Entrepreneurship Center hat es einst treffend formuliert: Cash Flow is more important than your mother (das Zitat hat es sogar zu einem Akronym geschafft: CFIMITYM).

Die „richtige“ Vorgehensweise

Sie haben es erraten: Eine ultimative Vorgehensweise gibt es nicht, aber man kann ein paar Fallstricke umgehen. Namentlich:

  1. Erstellen Sie eine saubere Marktanalyse ohne Hochrechnungen
  2. Schreiben Sie einen Businessplan und zeigen Sie das Problem auf welches sie lösen
  3. Schreiben Sie einen Aktionsplan aus diesem Businessplan in kleinen Schritten und wenn Sie haben: erste Erfolge daraus
  4. Präsentieren Sie ein Team – keine Einzelkämpfer. Denn skalieren können Sie nur im Verbund, nie alleine
  5. Entscheiden Sie sich für eine passende Rechtsform und denken Sie dort schon an mögliche Investoren (eine AG hilft hier enorm, ist aber vom Grundbedarf grösser)
  6. Tragen Sie Ihre Firma ins Handelsregister ein und arbeiten Sie an der Idee jeden Tag – das zeigt Investoren, dass Sie es ernst meinen
  7. Sorgen Sie aber entweder für genügend Backup Kapital durch Family-Fools-and-Friends oder sorgen Sie für passives Einkommen
  8. Lassen Sie sich beraten: von Startbiz, Ihrem Treuhänder oder Anwalt Ihre vertrauens
  9. Informieren Sie sich auf dem KMU Portal des Bundes: Jedes Jahr gründen rund 3’800 Unternehmerinnen und Unternehmer eine Firma über diese Plattform.

Wenn Sie am Berg stehen: Nummer 10: Lassen Sie sich nicht entmutigen, aller Anfang ist schwer – und Fragen kostet nichts. Ich helfe gerne weiter, aber seien Sie vorbereitet.

Eine gute Einsicht in die Vorgehensweise bietet übrigens Juliane von B-to-V in Interviewform auf Venturelab: Tipps von einer Investment Managerin

Und eine abschliessende neue Form ist übrigens Corporate Ventures: hierzulande namentlich durch IT- und Handelsunternehmen, sowie durch die SBB vertreten (Artikel im Wall Street Journal)

Warum ein Startup Büro

Wer kennt das nicht? Als Startups haben wir den Makel, immer unterwegs und flexibel und ohne Adresse zu sein. Unser Küchentisch ist die Zentrale, das Kaffee um die Ecke der Meetingraum. Das geht im ersten Jahr noch durch, aber was dann? Seit Frühling 2014 habe ich ein Büro bei Regus in Winterthur. Ich werde oft gefragt: Warum denn das? Ist das seriös? Kannst Du Dir kein eigenes Büro leisten? Die Fragestellung ist typisch „old economy“: ich brauche ein Büro, ein Auto, mindestens 1 Angestellte und eine MWSt. Nummer, ansonsten ist es kein Business. Als Startup heisst das aber schnell mal über CHF 10’000 Fixkosten pro Monat, den eigenen Lohn nicht eingerechnet. Ausserdem: warum für etwas bezahlen, wenn man es nur teilweise oder teilzeitlich nutzt? Das Problem in der Schweiz jedoch ist, gerade im Bereich Büro und Gewerbe gibt es nicht viele Angebote: es gibt die Technoparks, Hubs, Shared Offices zur Untermiete und halb-private Lösungen, wenn man jemanden kennt der noch Platz hat. Bei Regus habe ich allerdings 3 Fliegen auf eine Klappe:

  1. Zentrale und repräsentative Lage: egal ob Meeting oder Eigenbedarf, ich kann bequem zu jedem Standort einladen und oder arbeiten
  2. Absolute Professionalität: die Büros sind sauber, der Staff gebrieft und top freundlich, flexibel und sehr zuvorkommend
  3. Meine Kosten bleiben im Griff: wozu Fixkosten bezahlen, wenn ich nur 2,5 Tage effektiv einen Raum brauche?

Für mich hat Regus derzeit nur Vorteile – natürlich, wenn ich grösser werde und mehr Platz brauche, brauchts eine andere Lösung. Aber in den ersten 2 – 3 Jahren als Startup oder als Consultant bietet mir diese Variante die grösstmögliche Flexibilität in der Cloud.

Das Angebot gibts übrigens hier beim IFJ

Weitere Lösungen, die ich ausprobiert habe und empfehlen kann sind:

  1. HUB (Impact Hub) Zurich (für Socialpreneurs sehr zu empfehlen)
  2. Technopark Winterthur (175.- bis 290.-/m2/annum kalt)
  3. Technopark Zürich (keine Angaben online)

Lösungen von Shared Offices für Startups, die ich kenne aber nicht ausprobiert habe:

Was Wo Kosten Einzelbüro Link
Rocket Zürich Binz 280 / 780 Monat 780.- (14m2) Link
RedSmoke Zürich Schlieren K.A. Nein Link
Büro253 Zürich Hardturm CHF 350 – 2’200 Monat Ab 1700 (5 AP) Link
Collab Zürich Sihlfeld CHF 35.-Daypass 390.- (24/7)

550.- (fix)

Link
Citizen Space Zürich Hardbrücke Day CHF 30.-, Week CHF 170

Desk CHF 450.-

Room CHF 550.-

Friends CHF 15.-

Ab 550.- Link
BlueLion Zürich Nord CHF 480.- Einzelbüro vermietet Link

Neue Zahlungsmethoden braucht das Land

In den letzten Monaten drängen immer mehr Anbieter von mobilen und digitalen Zahlungsmethoden (nicht Mitteln, also nicht BitCoin oder Ripple) auf den Markt. Zu den drei spannendsten gehören zwei per Mail, sowie einer per Mobile Lösung (neben iZettle bieten dies aber auch PayPal here, Square, Streetpay, Payleven und SumUp an):

Ich habe die drei subjektiv spannendsten herausgepickt:

  1. Square Cash (https://square.com/cash)
  2. Google Wallet (http://www.google.com/wallet)
  3. iZettle (https://www.izettle.com)

Square Cash

Mit Square Cash können Nutzer Geld einfach per E-Mail verschicken – bis jetzt allerdings ist der Service noch „Invite only“.  Bis jetzt ist der Dienst nur „invite only“ – jemand muss Dich bezahlen mit Square Cash um eine Einladung zu erhalten. Das funktioniert folgendermassen:

  1. Schreibe eine E-Mail und setze die Empfänger-Adresse in das Empfänger-Feld ein.
  2. Setze pay@square.com in CC.
  3. Gib eine Summe in die Betreff-Zeile ein. Zum Beispiel „CHF50“.
  4. Verschick die E-Mail.

Google Wallet

Wer die neue Funktion hat, findet beim Gmail-Dienst im Menü dafür ein Dollar-Symbol „$“. Ein Klick darauf und es öffnet sich ein Dialogfenster, um die Summe einzugeben. Danach schickt man es ab. Sofern das Geld aus dem eigenen Wallet-Guthaben stammt oder man eine Kontoverbindung verknüpft hat, ist dies gratis. Per Kreditkarte kostet es zwischen 2,9 Prozent oder ca. 0,30 US Cents Gebühren.

iZettle

Der Mobile-Payment-Dienstleister iZettle funktioniert wie seine Mitbewerber Square oder Streetpay: Mithilfe eines Kartenlesegeräts für das Smartphone kann man Zahlungen annehmen oder tätigen. Bisher konnten dies allein gewerbliche Nutzer via Kartenleser und Payment-Dienst in Anspruch nehmen (so gesehen diesen Mai in London im Taxi), doch seit gestern steht iZettle auch für Privatpersonen zur Verfügung. „Von jetzt an kann jeder, der etwas verkaufen möchte, den Mini-Chipkartenleser nutzen – vom Flohmarktverkäufer zum  Babysitter oder dem Nachhilfelehrer.

Infografik

Spannend dazu auch die folgende Infografik: (Quelle hier)

The Rise of Mobile Payments
The Rise of Mobile Payments

Jungunternehmer Preise und Start-Up Finanzierung

Eine kleine Übersicht der Jungunternehmer Preise und Start-Up Finanzierungen in der Schweiz (Liste wird laufend ergänzt).

Fehlt einer? Einfach mitteilen: office(at)astraeus.ch oder via Twitter: @astraeus_kmu

Wir haben die Liste unterteilt in:

  • Jungunternehmer- und Start-Up Preise
  • Venture Capital
  • Stiftungen
  • Business Angels
  • Prestige Preise

Jungunternehmer- und Start-Up Preise

Heuberger Winterthur Jungunternehmerpreis, CHF 600‘000

Mit einem Preisgeld von neu CHF 600‘000 (2011) ist er einer der bedeutendsten Jungunternehmerpreise der Schweiz. Prämiert werden Geschäftsideen, Produkte oder Dienstleistungen mit einem hohen Innovationsgrad und Wachstumspotenzial. Anmeldefrist 15. Juni bis 24. August 2011

STARTUPS.CH Award, CHF 250‘000

Rrichtet sich an Geschäftsideen aus allen Bereichen. Teilnahmebedingung ist, dass noch keine Firma gegründet wurde. Zu gewinnen gibt es jährlich insgesamt CHF 250’000 in Form von Bargeld und Unterstützungsleistungen. Die drei Teilnehmer mit den besten Businessplänen werden durch eine Jury und übers Internet (E-Voting anhand von Kurzfilmbeiträgen) gewählt.

venture kick, CHF 130‘000

venture kick unterstützt potentielle JungunternehmerInnen mit einem Startkapital von bis zu CHF 130’000 à fonds perdu. Zudem profitieren die Startups vom Know-how erfahrener Unternehmer und erhalten Zugang zu einem nationalen Netzwerk von Investoren und Startup-Experten. Die Projekte werden von einer hochkarätigen Jury nach ihrem Business Potential und ihren erreichten Leistungen bezüglich ihrer Geschäftsentwicklung evaluiert.

ZKB Pionierpreis Technopark, CHF 100‘000

Der ZKB Pionierpreis TECHNOPARK®, einer der drei wichtigsten Innovationspreise der Schweiz, prämiert ein technisches Projekt an der Schwelle zum Markteintritt, das sich durch besondere Innovationskraft, Marktnähe und soziale Relevanz auszeichnet. Der Preis ist mit dem 10’000fachen Wert der Zahl Pi Quadrat, nämlich CHF 98’696.04, dotiert.

Swiss Economic Award, CHF 75′000.

Der Swiss Economic Award wird seit 1999 jährlich verliehen und ist die bedeutendste Auszeichnung für Jungunternehmen in der Schweiz. Die Teilnahme steht allen Jungunternehmen mit Sitz in der Schweiz offen, die ihre Firma nach dem 1. Januar 2005 gegründet haben. Prämiert werden herausragende unternehmerische Leistungen, die während den ersten sechs Betriebsjahren der Start-ups erzielt wurden. Das Preisgeld beträgt CHF 75 000. Daneben kommen die Gewinner in den Genuss der grossen Medienpräsenz.

AXA Innovation AWARD,  CHF 75′000

Der AXA Innovation Award zeichnet schweizweit die innovativste Businessidee aus. Als Gewinn winken stolze CHF 75’000.- Starthilfe

Venture, CHF 60′000.

Venture 2010 ist eine Initiative der ETH Zürich, der Förderagentur für Innovation KTI und von McKinsey & Company, Switzerland. Im Rahmen eines gesamtschweizerischen Businessplan-Wettbewerbs werden Jungunternehmer aus der Schweiz bei der Gründung eines Unternehmens unterstützt. Die Autoren der besten Businesspläne werden zu einer Präsentation eingeladen. Insgesamt steht in dieser Phase ein Preisgeld von mindestens 125’000 Franken zur Verfügung; die beste Präsentation wird mit 60’000 Franken prämiert. Daneben erhalten die Finalisten Know-how, Beziehungen und Anerkennung.

KPMG Tomorrow’s Market Award, CHF 50‘000

CHF 50’000 für kreative Ideen, insbesondere bei revolutionären Technologien.

Jungunternehmerpreis Nordwestschweiz, CHF 25‘000

Der Jungunternehmerpreis Nordwestschweiz zeichnet innovative Unternehmen aus der Region Nordwestschweiz aus, die in den letzten fünf Jahren gegründet oder massgeblich neu ausgerichtet wurden. Anlässlich der feierlichen Preisverleihung werden die Finalisten und Preisträger einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Es werden Preise im Wert von 25’000 Franken vergeben.

MSM Genesis Jungunternehmerpreis, Beratungsdienstleistung und Office

Für nachhaltige Jungunternehmen. Keine Barauszahlung. Unterstützung bei der Erstellung des Businessplans, Unterstützung bei der Investorensuche (max. 20 Std.), einrichten und führen der Buchhaltung, Führungsunterstützung im nichtfachlichen Bereich (total max. 20 Std.) sowie Büroräume.

Venture Capital

CTI Invest

CTI INVEST ist die führende Plattform für die Finanzierung von Schweizer High-Tech-Startup-Unternehmen.

Verein GO! Ziel selbstständig

Der Verein GO! Ziel selbstständig unterstützt Personen, die sich selbstständig machen wollen. GO! bietet Beratung und bei Bedarf Coaching und Schulung an. Ebenso kann GO! für erfolgversprechende Geschäftsideen Mikrokredite an Privatpersonen vermitteln. Partnerbank von GO! ist die Zürcher Kantonalbank. Die Mikrokredite liegen meist zwischen CHF 5’000 und 40’000. Diese Kredite müssen marktüblich verzinst und in der Regel innert drei Jahren zurückbezahlt werden. http://www.gozielselbststaendig.ch/

Stiftungen und Fonds

De Vigier Stiftung, CHF 100‘000

Die W. A. de Vigier Stiftung fördert weit 1987 innovative und zukunftweisende Geschäftsideen mit einem Förderpreis von je CHF 100’000. Nebst diesem Startkapital erhalten die Preisträger auch immaterielle Unterstützung, etwa in Form von wertvollen Kontakten, Medientrainings sowie Präsenz in Presse, TV und Radio.

Ypsomed Innovationsfonds

Die Stiftung Ypsomed Innovationsfonds bezweckt die Förderung innovativer Jungunternehmen in der Region Espace Mittelland. Sie stellt Unternehmen durch Gewährung von Darlehen oder Wandeldarlehen oder durch die Zurverfügungsstellung von Eigenkapital Mittel zur Realisierung von Innovationsprojekten und Wachstumsstrategien zur Verfügung.

Business Angels

Business Angels Schweiz

Die Business Angels Schweiz, BAS, sind ein Verein, welcher seinen 61 Mitgliedern im Rahmen von periodischen Treffen interessante Möglichkeiten für Invesitionen und Koinvestitionen in erfolgversprechende Unternehmensprojekte vorstellt.

EVA – The Basel Life Sciences Start-Up Agency

Für Jungunternehmen im Bereich Life-Sciences (Pharma, Chemie, Biochemie, Biotechnologie und Molekularbiologie) sowie für innovative Kleinfirmen in der Medizin, Physik und Nanotechnologie ist die EVA in Basel der ideale Startup-Partner

Start Angels

Das StartAngels Network ist eine Plattform für Business Angel Investoren, deren Mission es ist, den Mitgliedern Zugang zu attraktiven Investitionen in Early Stage-Unternehmen in der Schweiz zu ermöglichen.

BrainsToVentures

Über BrainsToVentures (b-to-v) investiert ein weitreichendes Netzwerk von engagierten unternehmerischen Privatinvestoren aus verschiedensten Branchen in Wachstumsunternehmen mit vielversprechenden, skalierbaren Geschäftsmodellen.

MSM Investorenvereinigung

Die MSM Investorenvereinigung ist ein Verein (ein „Business Angels Club“) mit Sitz in Winterthur. Er bezweckt die Information und Unterstützung der Mitglieder bei der Anlage von Geldern in nicht börsenkotierte Gesellschaften, namentlich solche, die in der Schweiz neue Arbeitsplätze schaffen. Der Verein fördert das gemeinsame Investieren durch Vereinsmitglieder und Dritte in solche Unternehmen und stellt bei Bedarf geeignete rechtliche Strukturen zur Verfügung.

Prestige Preise für Jungunternehmer

Ernst&Yount (E&Y) Entrepreneur Of The Year

Allem voran ist der Titel Entrepreneur Of The Year eine einzigartige Würdigung Ihres unternehmerischen Schaffens. Sie hat ihren offensichtlichsten Ausdruck im weltweit anerkannten Award. Der Gewinn des Titels verhilft Ihnen zudem zu nationaler Medienpräsenz. Die Finalistinnen und Finalisten des jährlichen Wettbewerbs werden anlässlich der Award Night persönlich und mit einem eigenen Kurzporträt dem Publikum vorgestellt.

SVC Unternehmerpreis

Der Swiss Venture Club (SVC) ist ein unabhängiger, non-profit-orientierter Verein von Unternehmern für Unternehmer mit dem Ziel, KMU als treibende Kraft der Schweizer Wirtschaft zu unterstützen und zu fördern sowie zur Schaffung und der Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Schweiz beizutragen. Die Vision des SVC ist, das bekannteste Unternehmer-Netzwerk der Schweiz zu werden.

Red Dot Award

Die Auszeichnung des red dot design award, der „red dot“, ist ein weltweit anerkanntes Qualitätssiegel für ausgezeichnetes Design. Seinen Gewinnern bieten wir vielfältige Präsentationsmöglichkeiten; dazu gehören die glanzvollen Preisverleihungen, weltweit vertriebene red dot design yearbooks, die in der red dot edition, dem hauseigenen Verlag, erscheinen, Ausstellungen in den red dot design museums in Deutschland und Singapur, Wanderausstellungen in aller Welt, die Präsenz auf http://www.red-dot.de, und vieles mehr.

Swiss Technology Award

Richtet sich an innovative Startups im Technologiebereich. Preis: Prestige & Unterstützungsleistungen

Idee Suisse Award

Reiner Prestigepreis für innovative Unternehmen

Venture Leaders

Findet jedes Jahr statt. 20 Teilnehmer gewinnen eine Reise in die USA mit Businesskursen und Networking.

 

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